Erinnerungskulturen - Dialoge über Migration und Integration in Tirol

erinnerungskulturen

Projektdauer: Jänner 2014 - laufend

 

Bewusstsein schaffen für die Geschichten der Migration

Das Projekt Erinnerungskulturen hat zum Ziel, in der Bevölkerung ein Bewusstsein für die Geschichte(n) der Migration, insbesondere für die der Arbeitsmigration seit den 1960ern, zu schaffen. Durchgeführt wird das Projekt an drei exemplarischen Orten und bezieht neben der allgemeinen Bevölkerung besonders ZeitzeugInnen, OrtschronistInnen und Gemeindebedienstete mit ein. Damit leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zum interkulturellen Dialog vor Ort. Anlass für das Projekt Erinnerungskulturen ist das 50-jährige Jubiläum der Unterzeichnung des Anwerbeabkommens zwischen Österreich und der Türkei im Jahr 1964. Seither haben vielfältige Migrationsbewegungen auch in Tirol Spuren hinterlassen und die Gesellschaft hier entscheidend mitgeprägt. Erinnerungen an diese Zeit und Erfahrungen von ZeitzeugInnen werden aber kaum als Teil einer Tiroler Geschichte wahrgenommen.

Sammeln und in Dialog treten
Unterstützt durch die Bevölkerung sammelt das Projektteam Erinnerungen zur Migration in Tirol seit den 1960er Jahren und dokumentiert diese. In sog. Erinnerungswerkstätten werden Geschichten der Migration aus mehreren Blickwinkeln erzählt und später in öffentlichen Veranstaltungen präsentiert. Im Zentrum stehen die Erzählungen und Dokumente von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, migrantischen Vereinen und Beratungsorganisationen, Behörden und Institutionen vor Ort sowie OrtschronistInnen. Das Projekt geht der Frage nach, wie Migration von unterschiedlichen sozialen Gruppen erinnert wird, welche Stimmen in der Öffentlichkeit Gehör finden und ob Migration als Teil der Ortsgeschichte wahrgenommen wird. Geschichte(n) der Migration sollen so aus unterschiedlichen Perspektiven aufgearbeitet und einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Einige Veranstaltungen/Ergebnisse des Projektes

Erinnerungskulturen Lebensbaum webBiographiearbeit und Erzählcafe an der Schule

Im Juni 2015 fanden im Rahmen des Projekts Erinnerungskulturen Schulworkshops statt, in denen sich SchülerInnen und Jugendliche mit sich selbst und dem Thema Migrationsgeschichte in Tirol auseinandersetzen konnten. Die neu erarbeiteten Biografie- und Erzählcafes bauten auf den Erfahrungen des Methodensets "Diversity4Kids" auf und wurden mit zwei Klassen der NMS Wilten und NMS Jenbach erprobt.

Hier ein Bericht vom Besuch and der Praxis-NMS der PHT in Innsbruck.

pdfProjektflyer Erinnerungskulturen

Über die Ergebnisse der Arbeit im Projekt Erinnerungskulturen 2014 wurde ein umfassender Projektbericht verfasst:

pdfProjektbericht Erinnerungskulturen2.77 MB

Projektleitung: Zentrum für MigrantInnen in Tirol (ZeMiT)

AnsprechpartnerInnen:  Christina Hollomey-Gasser und Gerhard Hetfleisch (ZeMiT)

KooperationspartnerInnen: Amt der Tiroler Landesregierung, Abt. JUFF – Fachbereich Integration und Abteilung Kultur,  Stadt Innsbruck – MAIII – Stadtplanung, Stadtentwicklung und Integration, Tiroler Bildungsforum – Verein für Kultur und Bildung, Tiroler Landesmuseen, Universität Innsbruck – Institut für Zeitgeschichte

Gefördert von:

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Derzeit wird das Projekt aus Mitteln des Landes Tirol, der Abteilung JUFF-Fachbereich Integration und der Abteilung Kultur und der Stadt Innsbruck MAIII – Stadtplanung, Stadtentwicklung und Integration finanziert.

Projektumsetzung 2014 

 Die Ergebnisse des Projekts sollen der Öffentlichkeit auf unterschiedlichen Ebenen zugänglich gemacht werden und so eine nachhaltige Basis für den interkulturellen Dialog schaffen. 

 

2014

Die 5. Tiroler Integrationsenquete zum Thema "erinnern - verstehen - anerkennen" fand am 30. Oktober 2014 in Zusammenarbeit mit dem Projekt Erinnerungskulturen statt. Die Enquete stieß auf großes öffentliches Interesse und wurde von Radio Freirad aufgezeichnet. Nun stehen die Audiodateien zum Nachhören zur Verfügung.

Im ersten Teil reflektierte die Literatin Seher Cakir über die Bedeutung von Migrationsgeschichte. Anschließend gab der deutsche Historiker und Migrationsforscher Klaus Bade einen unterhaltsamen und umfassenden Überblick über die vielfältigen Migrationsbewegungen in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. (Audio Teil 1  - Teil 3) 
Im zweiten Teil disktuierten die Leiter von Stadt-, Landesarchiv und Landesmuseum gemeinsam mit Bernhard Mertelseder (Leiter des Chronikwesens in Tirol) und Christina Hollomey-Gasser (Projektleitung Erinnerungskulturen) die Fragen, welchen Stellenwert Migration bisher in der Tiroler Geschichtsschreibung bzw. den betreffenenden Institutionen spielt und in Zukunft spielen könnte. Im dritten Teil fand ein Austausch persönlicher Erfahrungen und Zeitzeugnisse zwischen den TeilnehmerInnen statt. Geschichten über das Ankommen, interkulturelle Begegnungen, Schwierigkeiten und Ausgrenzungen, sowie über soziales und zivilgesellschaftliches Engagement von und für MigrantInnen wurden gemeinsam erinnert. 
Die Veranstaltung wurde von Radio Freirad dokumentiert. Alle Audiodateien sind unter folgendem Link hörbar: http://cba.fro.at/series/5-tiroler-integrationsenquete

 

Tiroler Chronist zum Thema Arbeitsmigration im Dezember 2014 erschienen

Tiroler Chronist 133 smallDie Zeitschrift "Tiroler Chronist", herausgegeben vom Tiroler Bildungsforum, widmet sich im Dezember 2014 (Ausgabe 133) erstmals gänzlich dem Thema Migration in Tirol im 20. Jahrhundert. In vielfältigen Beiträgen erläutern WissenschaftlerInnen, ChronistInnen, PolitikerInnen und PraktikerInnen ihren Zugang, ihre Erkenntnisse über und ihre Erfahrungen mit der Geschichte der Migration in Tirol. Die Zeitschrift erreicht über 200 Gemeinden in Nord-, Ost-, und Südtirol und richtet sich primär an Chronistinnen und Chronisten, die die Geschichte ihres Ortes dokumentieren.

Im Zentrum des Hefts steht das Projekt Erinnerungskulturen. Mehrere Beiträge widmen sich den Erfahrungen im Projekt und berichten über geschriebene und erzählte Geschichte in Innsbruck, Jenbach und Fulpmes. Dirk Rupnow setzt sich zu Beginn des Heftes mit aktuellen Fragestellungen und Herausforderungen im Zusammenhang mit Geschichte, Gedächtnis und Migration auseinander. Gerhard Hetfleisch setzt in seinem Beitrag den Rahmen für die Geschichte der Migration Tirols in der Zweiten Republik. Lukas Morscher, Christoph Haidacher, Wolfgang Meighörner und Angelika Schafferer wagen einen Blick in ihre eigenen Institutionen – Stadtarchiv, Landesarchiv und Landesmuseum – und fragen sich, welche Rolle der Migration dort zukommt. Beiträge aus Telfs, Hall, Mötz, Vorarlberg und Südtirol zeigen die Vielfältigkeit und Brisanz des Themas Migration.

Sie können ein Exemplar des Tiroler Chronist im ZeMiT anfordern: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!">

 

 

 

 

 

 

Finanzierung 2014/2015

2014 wurde das Projekt aus Mitteln des EIF, des Landes Tirol, der Stadt Innsbruck und des Städtebundes/ Landesgruppe Tirol finanziert.

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Von Jänner 2015 bis Juni 2015 wurde das Projekt aus Mitteln des BMEIA, des Landes Tirol und der Stadt Innsbruck finanziert.

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