Erinnerungskulturen - Migrationsgeschichte in Tirol sichtbar machen

Im Jahr 2014 initiierte das Zentrum für MigrantInnen in Tirol das Projekt Erinnerungskulturen mit dem Ziel, Geschichte(n) der Migration zu sammeln, zu dokumentieren und dafür zu sensibilisieren.

In diesem Rahmen wird die Tiroler Migrationsgeschichte bis heute unter dem Motto „Geschichten sammeln – Geschichte vermitteln“ durch öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen, Ausstellungen, Stadtspaziergänge und dergleichen sichtbar gemacht.

Alle Objekte, Interviews mit Personen mit und ohne Migrationshintergrund und sämtliche Erinnerungsstücke, die im Rahmen von Erinnerungskulturen gesammelt und gezeigt werden, sind im Dokumentationsarchiv Migration Tirol archiviert und werden ab März 2020 der Öffentlichkeit zu Forschungszwecke zur Verfügung gestellt.

Ein Blick in die Teilprojekte:

Stadtspaziergänge auf den Spuren der Migration


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Auf Rundgängen durch Innsbrucks Stadtteile wird die Geschichte der Arbeitsmigration zwischen 1960 und 1990 lebendig. Folgende Spaziergänge werden angeboten:

Auf den Spuren der Migration in St. Nikolaus: Der Rundgang informiert über die Entstehung der Anwerbeabkommen, den Zugang zum Wohnraum, Wohnverhältnisse und erste Geschäftsgründungen durch MigrantInnen.

Arbeit und Migration rund um den Sillpark: Bis 1983 befand sich beim heutigen Sillpark die „Innsbrucker Spinnfabrik Herrburger und Rhomberg“, bei der zahlreiche ArbeitsmigrantInnen beschäftigt waren. Der Rundgang informiert über die Betriebsgeschichte und gibt spannende Einblicke in die Lebens- und Arbeitsbedingungen der ArbeitsmigrantInnen.

Neu 2020: Arbeit und Migration rund um den Sillpark für SchülerInnen zwischen 14 und 16 Jahren.

Innsbrucker Hauptbahnhof: Private Netzwerke und öffentliche Teilhabe: Dieser Stadtspaziergang zeigt den Hauptbahnhof Innsbruck nicht nur als Ort der Ankunft und Abreise, sondern beleuchtet ihn auch als wichtigen Treffpunkt für die ArbeitsmigrantInnen der 1960 – 1980er Jahre.

Weitere Informationen und Termine:

Stadtmagistrat Innsbruck, Stadtplanung, Stadtentwicklung und Integration
Telefon: +43 512 5360 5190 oder 5191
E-mail:

 

Ausstellung MULTIVERSITÄT

multiversitaet tvkm kleinIm Rahmen des Universitätsjubiläums 350 Jahre Leopold-Franzens-Universität Innsbruck (LFU350) setzte sich das ZeMiT in Form einer Ausstellung mit der Internationalität der Innsbrucker Studierenden von der Nachkriegszeit bis zum EU-Beitritt Österreichs auseinander.

Die Wanderausstellung „Multiversität. Internationale Studierende in Innsbruck – 1955 bis 1995“ war zwischen März und Oktober 2019 an drei Standorten zu sehen und wurde von zahlreichen Führungen und Veranstaltungen umrahmt.

Auf der Grundlage von lebensgeschichtlichen Erzählungen und weiteren Quellen wurden studentische Erfahrungen in Innsbruck von 1955 bis 1995 skizziert und kulturelle, politische und soziale Aktivitäten an der Universität Innsbruck dargestellt. Die Ausstellungsgestaltung erfolgte im Rahmen einer Lehrveranstaltung an der Fakultät für Architektur.

Multiversität war ein Projekt des Instituts für Zeitgeschichte der Universität Innsbruck, des Zentrums für MigrantInnen in Tirol – ZeMiT, des Tiroler Volkskunstmuseums, sowie der Institute für Konstruktion und Gestaltung (i.sd) und Erziehungswissenschaft der Universität Innsbruck.


Ausstellung DANKE FÜRs KOMMEN

DFK Teamfotos 3 minDie Ausstellung „DANKE FÜRs KOMMEN“ in der neuen Galerie am Innsbrucker Hauptbahnhof (Mai bis Dezember 2019) mit Schauplätzen an den Bahnhöfen Wörgl, Telfs und Imst stellte Wanderarbeit, Gastarbeit und Arbeitsmigration in den Fokus und thematisierte damit zusammenhängend die Geschichte der Österreichischen Bundesbahnen. Im 19. Jahrhundert errichteten vor allem Arbeiter aus dem Trentino als sogenannte „Aisenponieri“ den Großteil der Bahnlinien in Tirol und Vorarlberg.
In den 1960er Jahren folgten zahlreiche Arbeitskräfte aus der Türkei und dem ehemaligen Jugoslawien dem Ruf österreichischer Unternehmen, um als „Gastarbeiter“ hier zu arbeiten. Und auch heute ist der große Bedarf an zusätzlichen Arbeitskräften ein wichtiges Thema, so haben im Tiroler Tourismus laut Wirtschaftskammer 56% der ArbeitnehmerInnen eine ausländische Staatsbürgerschaft und sichern den Tourismusstandort Tirol. Auch in der Landwirtschaft kommen, laut Einschätzungen der Gewerkschaft, 90% der saisonalen Arbeitskräfte in der Erntearbeit aus dem Ausland. Eine Kampagne des Österreichischen Gewerkschaftsbund ÖGB macht auf ihre prekären Arbeits-und Lebensbedingungen in Tirol aufmerksam.

Die Ausstellung wurde vom ZeMiT konzipiert und von der Stadt Innsbruck, dem Land Tirol und kulturimpulstirol finanziert. Werke des Tiroler Künstlers und Karikaturisten Christian Yeti Beirer illustrieren Erinnerungen von ZeitzeugInnen. Umrahmt wurde die Ausstellung von zahlreichen Führungen und Stadtspaziergängen auf den Spuren der Migration am Hauptbahnhof.


Trilogie der Migrationsgeschichte

 WLI59932016 zeigte das Tiroler Volkskunstmuseum die Ausstellung „Alles fremd – alles Tirol“, das ZeMiT gestaltete im Rahmen des Projektes Erinnerungskulturen das Rahmenprogramm zur Ausstellung mit.

2017 wurde die Schau „Hier Zuhause. Migrationsgeschichten aus Tirol“ im Tiroler Volkskunstmuseum präsentiert. In der Ausstellung kommen 27 ZeitzeugInnen in Videos zu Wort und verleihen damit der Tiroler Migrationsgeschichte ein Gesicht. 200 Objekte von ObjektgeberInnen erzählen Teile der Tiroler Migrationsgeschichte, die bisher kaum beachtet waren. Die Ausstellung war vom 2.6.2017 bis zum 3.12.2017 im Tiroler Volkskunstmuseum zu besichtigen und ist online verfügbar.

2018 fand im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum das „FORUM MIGRATION“ mit insgesamt über 60 Veranstaltungen statt. Die Angebotspalette zwischen dem 18.1 und dem 18.2 reichte von Kabarett, Musik und Performances bis hin zu Lesungen, Workshops, Diskussionen und Filmen und ermöglichte unter Mitarbeit verschiedener Vereine einen offenen Austausch zwischen Museum und öffentlichem Raum

PROJEKT ERINNERUNGSKULTUREN

Ansprechpartnerinnen: Andrea Possenig-Moser und Sónia Melo 

KooperationspartnerInnen: Tiroler Landesmuseen/Tiroler Volkskunstmuseum, Amt der Tiroler Landesregierung, Abt. Gesellschaft und Arbeit – Integration, Stadt Innsbruck, Fachbereich Integration, Stadtplanung, Stadtentwicklung und Integration, Tiroler Bildungsforum – Verein für Kultur und Bildung, Universität Innsbruck – Institut für Zeitgeschichte, Institut für Erziehungswissenschaft, Museum im Ballhaus Imst...

Erinnerungskulturen wird aus Mitteln des Landes Tirol (Abteilung Geselschaft & Arbeit, Fachbereich Integration) und der Stadt Innsbruck (Fachbereich Integration) finanziert.

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