Diskriminierung melden

Alles wieder auf Anfang

850 Menschen in Tirol verlieren die Mindestsicherung – und mit ihr oft die Grundlage für ein selbstständiges Leben.

Die Tiroler Tageszeitung greift am 31.03.2026 in einer breiten Berichterstattung eine Entwicklung auf, vor der Sozialvereine seit Mitte 2025 mit Nachdruck gewarnt haben: den Wegfall der Mindestsicherung für subsidiär schutzberechtigte Menschen in Tirol – und die konkreten Folgen für rund 850 Betroffene.

Was politisch beschlossen wurde, zeigt sich jetzt im Alltag. Für viele bedeutet die Änderung: Wohnung verlieren, zurück in die Grundversorgung, weg von einem Leben, das sie sich über Jahre aufgebaut haben. Der Beitrag „Alles wieder auf Anfang: Was der Wegfall der Mindestsicherung für Familien bedeutet“ von Anna Schafferer und Manfred Mitterwachauer macht sichtbar, was das konkret heißt – für arbeitende Menschen, für Familien, für pflegende Angehörige.

In den Beratungseinrichtungen ist diese Entwicklung längst angekommen. Dort wird versucht, im Einzelfall Lösungen zu finden – für drohenden Wohnungsverlust, für unterbrochene Arbeitsverhältnisse, für Familien, die nicht wissen, wie es weitergeht. Gleichzeitig fehlt es an klaren Informationen, an verlässlichen Perspektiven und an strukturellen Antworten.

„Die Frage ist, ob die Folgekosten des Herausreißens nicht höher sind als die Ersparnisse“, sagt Saskia Buiting-Dietachmayr im Artikel.

Auch in der Arbeit von ZeMIT zeigt sich, wie schnell Stabilität verloren gehen kann, wenn zentrale Sicherheiten wegfallen. Integration entsteht über Zeit – und sie gerät ins Wanken, wenn diese Zeit abrupt unterbrochen wird.

Der Artikel zum Nachlesen

Vertreter:innen des SPAK protestierten am Beschlusstag im Landtag gegen den Ausschluss aus der Mindestsicherung. Foto: Jarosch