Einblick in Zahlen und Realität
Grundlage des Reports sind konkrete Meldungen und Beratungen. Im Jahr 2025 dokumentierte ZARA 1.539 rassistische Vorfälle und führte 2.362 Beratungen durch. Auffällig ist, dass 47 % der Meldungen direkt von Betroffenen selbst stammen – ein Hinweis auf steigenden Unterstützungsbedarf. Gleichzeitig bleibt Rassismus in vielen Fällen unsichtbar, da Erfahrungen häufig nicht gemeldet werden.
Rassismus als strukturelles Phänomen
Die dokumentierten Fälle zeigen, dass Rassismus nicht nur in offenen Angriffen sichtbar wird, sondern in alltäglichen Strukturen, Regeln und Erwartungen wirkt. Er durchzieht unterschiedliche Lebensbereiche – besonders häufig im Internet, aber auch im öffentlichen Raum, im Kontakt mit Dienstleistungen, Behörden und Polizei. Gerade dort werden wiederkehrende Muster sichtbar, etwa in Form von häufigeren Kontrollen bestimmter Gruppen oder mangelnder Aufklärung über rechtliche Konsequenzen.
Rassismus zeigt sich damit nicht als Summe von Einzelfällen, sondern als strukturelles Problem, das gesellschaftliche Routinen und Machtverhältnisse prägt.
Schwerpunkt Bildung: Ungleichheit beginnt früh
Ein besonderer Fokus des Reports liegt auf dem Bildungsbereich. Rassismus beginnt häufig bereits im Kindergarten und setzt sich über Schule und Hochschule hinweg fort. Insgesamt wurden 96 Fälle im Bildungskontext dokumentiert.
Dabei wirkt Rassismus oft subtil: durch niedrigere Erwartungen, stereotype Zuschreibungen oder fehlende Interventionen bei Vorfällen. Für Betroffene hat das spürbare Folgen – von Stress und Verunsicherung bis hin zu langfristigen Auswirkungen auf Bildungswege und Teilhabechancen.
Fehlende Strukturen – und was wirkt
Der Report zeigt auch, dass Betroffene häufig nicht ernst genommen werden und Institutionen nur unzureichend reagieren. Dies führt zu Rückzug, Resignation und dazu, dass viele Erfahrungen unsichtbar bleiben.
Gleichzeitig wird deutlich, was wirksam ist: niederschwellige Beratung, verlässliche Begleitung und rassismuskritische Bildungsarbeit, die nicht beim individuellen Verhalten stehen bleibt, sondern strukturelle Fragen aufgreift.
Unser Beitrag in Tirol
Hier setzen Angebote in Tirol an. Mit ARAtirol stehen Betroffenen Anlaufstellen zur Verfügung, die Beratung, Orientierung und Begleitung bieten. Ergänzend stärken Bildungs- und Fortbildungsangebote im Bereich Vielfalt und Teilhabe Kinder, Jugendliche und Fachkräfte darin, Rassismus zu erkennen, einzuordnen und handlungsfähig zu bleiben.
Sie leisten damit einen konkreten Beitrag dazu, strukturelle Ungleichheiten sichtbar zu machen und langfristig zu verändern – genau dort, wo der Report den größten Handlungsbedarf aufzeigt.
Gesamten Report lesen
Den vollständigen Rassismus Report 2025 von ZARA finden Sie hier:
→ https://www.zara.or.at