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Krisenstimmung und Integrationsbereitschaft: Der Integrationsmonitor Tirol 2025

 

Der Integrationsmonitor Tirol 2025 ist eine regelmäßig durchgeführte Studie des Landes Tirol, die vom Forschungsinstitut FORESIGHT Research Hofinger GmbH erstellt wird. Seit 2017 untersucht die Studie alle zwei Jahre die Einstellungen der Tiroler Bevölkerung zu Migration, Integration und gesellschaftlichem Zusammenleben. Mit der aktuellen Ausgabe liegt nun bereits die fünfte Erhebung vor.

Der Integrationsmonitor schafft damit einen langfristigen Datensatz, der Entwicklungen, Veränderungen und stabile Einstellungsmuster innerhalb der Tiroler Bevölkerung sichtbar macht. Die aktuelle Befragung wurde zwischen 3. Oktober und 6. November 2025 durchgeführt. Insgesamt wurden 700 Tirolerinnen und Tiroler ab 16 Jahren telefonisch und online befragt.

Zentrale Ergebnisse der aktuellen Studie

Die Ergebnisse zeigen eine weiterhin stark ausgeprägte Krisenwahrnehmung in der Tiroler Bevölkerung. Rund die Hälfte der Befragten erwartet eine zukünftige Verschlechterung der Lebensqualität in Tirol. Während im Jahr 2021 noch etwa ein Viertel der Bevölkerung von einer Verschlechterung ausging, stieg dieser Wert 2023 deutlich an und bleibt auch 2025 auf einem hohen Niveau.

Sorgen bestehen vor allem in Bezug auf Klimawandel, wirtschaftliche Entwicklung, soziale Sicherheit, leistbares Wohnen sowie Fragen rund um Flucht und Integration. Eine vergleichsweise positivere Einschätzung zeigt sich lediglich im Bereich Bildung und Ausbildung, wo ein größerer Anteil der Befragten Zuversicht äußert.
Beim Zusammenleben mit Zugewanderten zeigt sich ein interessantes Muster: In der eigenen Wohngemeinde wird das Zusammenleben deutlich positiver bewertet als im gesamten Bundesland. Während viele Befragte das Zusammenleben vor Ort als gut funktionierend beschreiben, fällt die Einschätzung für Tirol insgesamt deutlich zurückhaltender aus. Besonders in ländlichen Gemeinden wird das lokale Zusammenleben häufig positiver bewertet als in Städten.
Die Studie zeigt außerdem, dass eine Mehrheit der Tirolerinnen und Tiroler Tirol grundsätzlich als Zuwanderungsland wahrnimmt. Gleichzeitig sehen viele Befragte Hürden für neu Zugewanderte: Nur ein vergleichsweise kleiner Teil der Bevölkerung ist der Meinung, dass es leicht ist, in Tirol Anschluss zu finden. Häufig wird betont, dass Integration auch mit der Bereitschaft verbunden sein müsse, gesellschaftliche Regeln und Werte zu akzeptieren.

Die Auswirkungen von Zuwanderung werden insgesamt unterschiedlich bewertet. Während ein Teil der Bevölkerung positive Effekte sieht, äußern andere negative Einschätzungen oder gehen davon aus, dass Zuwanderung insgesamt wenig verändert. Vergleichsweise positiv werden Zuwanderungseffekte jedoch in einzelnen Bereichen beurteilt – etwa im Hinblick auf den Arbeitsmarkt oder auf gesellschaftliche Vielfalt.
Ein zentrales Ergebnis der Studie ist zudem, dass viele Menschen gleichzeitig empathische und eher restriktive Einstellungen gegenüber Geflüchteten haben. Einerseits stimmen viele Befragte Aussagen zu, die eine stärkere Begrenzung von Fluchtmigration fordern. Gleichzeitig betonen ähnlich viele Menschen eine moralische Verantwortung, Geflüchteten Schutz zu bieten. Die Haltung vieler Befragter vereint daher beide Perspektiven.

Stabil hoch bleibt schließlich die Zustimmung zu Maßnahmen, die Geflüchteten den Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtern sollen. Eine deutliche Mehrheit spricht sich dafür aus, dass Geflüchtete möglichst rasch arbeiten dürfen und durch Ausbildungsprogramme – etwa in Bereichen wie Pflege oder Tourismus – unterstützt werden.

Die Ergebnisse zum Integrationsmonitor Tirol 2025 finden Sie HIER

Andrea Moser für das IMZ