Am 24. Oktober 2025, zum formalen Ende des Projekts "Flucht braucht Archiv", diskutierten wir gemeinsam mit rund 20 Personen aus Vereinen, Initiativen, Archiven und Museen über Herausforderungen beim Sichern und Bewahren zivilgesellschaftlicher Überlieferungen.
Das Projekt: Sichern wichtiger Quellen
Zwischen Oktober 2023 und Oktober 2024 wurde mit Förderung der MA7 und in Kooperation mit dem DAM (Dokumentationsarchiv Migration) das umfangreiche Archiv der asylkoordination österreich aufgearbeitet. Die asylkoordination hat seit 1991 eine zentrale Rolle in der Vernetzung der Zivilgesellschaft gespielt. Ihre Archivbestände sind eine eminent wichtige Quelle zur Aufarbeitung des Paradigmenwechsels in der österreichischen Migrations- und Flüchtlingspolitik nach dem Fall des Eisernen Vorhangs. Sie sichtbar zu machen, ist entscheidend, um Flucht und zivilgesellschaftliches Engagement als Teil österreichischer Geschichte zu verankern.
Der Workshop: Offene Fragen und ein trauriges Fazit
Der Workshop bot die Gelegenheit, die Ergebnisse des Archivierungsprojekts zu präsentieren und die uns stellenden Herausforderungen zu diskutieren: Welche Unterlagen sollen bewahrt werden? Welche Praktiken gibt es innerhalb der Vereine? Welche Strategien und Vernetzungsmöglichkeiten existieren?
Expert:innen wie Cornelia Kogoj (Inititiative Minderheiten, Wien), Vida Bakondy (Österreichische Akademie der Wissenschaften / Mauthausen Memorial) und Berthold Molden (Viena Latina) berichteten über Praktiken und Erfahrungen aus ihrem jeweiligen Bereich.
Das traurige Fazit bleibt: In Wien gibt es noch immer keinen zentralen Ort bzw. Raum, an dem zivilgesellschaftliche Überlieferungen im Migrationskontext – unabhängig von der Beschaffenheit der Quellen – gesammelt und bewahrt werden können.
Wie es weitergeht: Das Archiv zieht um
Das Archiv der asylkoordination österreich, an dessen Sicherung das Projektteam (Dr. Herbert Langthaler, Konstantina Hornek, BA, MA, Mag.a Christina Hollomey-Gasser) gearbeitet hat, wird Anfang 2026 nach Tirol ins DAM transportiert. Bis der gesamte Bestand im Online-Archiv gänzlich verzeichnet ist, wird es noch dauern.
Bei Interesse an den Beständen können Sie bereits jetzt eine Anfrage an dam@zemit.at senden.