Buchvorstellung: Join in a Job!

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Paul Schober/Martina Bechter (Eds.)
Join in a Job! - Practitioner’s manual. A career guidance method for migrants

ISBN: 978-3-7065-4971-4, Umfang: 176 Seiten, 19,90 Euro,
erschienen und erhältlich im Studienverlag, bei Amazon und in allen Buchhandlungen.

Das neu erschienene Buch "Join in a Job" ist ein Resultat des gleichnamigen Projektes und ergänzt und erweitert - diesmal in englischer Sprache - die Join in a Job" Methode: eine kompetenz- und ressourcenorientierte berufliche Beratung, die individuell auf jugendliche MigrantInnen zugeschnitten ist. Das neue Buch bietet Portfolio von Fragebögen, Arbeitsblättern und Tools für BerufsberaterInnen, die mit jungen MigrantInnen arbeiten. Die in Österreich entwickelte und erfolgreiche Methode wurde im jetzt abgeschlossenen Projekt auch in Deutschland, Irland, Italien und Polen verbreitet und bekannt gemacht. Das deutschsprachige Buch Join in a Job! ist 2007 im Studienverlag erschienen.

 

Jahrestagung Migrations- und Integrationsforschung in Österreich

Wie steht es um die Forschung zu den Themen Migration & Integration in Österreich? Wer forscht über welche Themen mit welchen finanziellen und strukturellen Mitteln? Kann Auftragsforschung das nötige kritische Diskurs-Potenzial enthalten oder ist dies nur im universitären Rahmen möglich? Diese Fragen sowie ein erster Überblick über den aktuellen Stand der Forschungen sind Gegenstand der ersten Jahrestagung der Kommission für Migrations- und Integrationsforschung (KMI) an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) vom 20. - 22. September 2010 in Wien.

Im März 2009 legte diese Kommission eine Studie zur Migrations- und Integrationsforschung in Österreich vor. Ein Ergebnis dieser Studie war, dass es in Österreich zwar viele engagierte ForscherInnen gibt, die sich den Themen Migration und Integration widmen, dass es jedoch an interdisziplinärem Austausch mangelt. Eine Handlungsempfehlung der KMI lautete von daher, die Vernetzung zwischen den ForscherInnen und Institutionen zu forcieren. Die KMI wird nun gemeinsam mit der Plattform für Migrations- und Integrationsforschung der Universität Wien eine erste Maßnahme in diese Richtung setzen, indem sie für das Jahr 2010 eine erste Jahrestagung zur österreichischen Migrations- und Integrationsforschung organisiert.
Die Tagung richtet sich an ForscherInnen aus den Geistes- und Sozialwissenschaften, den Rechtswissenschaften, der Medizin und der Psychologie, die an einer österreichischen Institution zu den Themen Migration und Integration arbeiten. Einschränkungen thematischer oder disziplinärer Natur werden bewusst nicht vorgenommen, um einen möglichst breiten Einblick in das Forschungsfeld zu erhalten.

Das vorläufige Programm für die 3-tägige Tagung finden Sie hier.
 

Jahresbericht über "Schwarze Menschen in Österreich"

Nachdem im Juni/Juli 2010 die Fussball-Weltmeisterschaft zum ersten Mal am afrikanischen Kontinent ausgetragen wurde, stieg (kurzfristig) auch das mediale Interesse an einem Erdteil, der über 1 Milliarde Menschen beherbergt. Doch wie ist es um die Situation von "schwarzen" Menschen in Österreich bestellt? Der Jahresbericht 2009 über "Schwarze Menschen in Österreich" des Projekts "Afrikanet.info" versucht auf diese Frage eine Antwort zu geben.

bericht_schwarze menschen_aut"Wir wollen auf die Probleme Schwarzer Menschen in Österreich aufmerksam machen, aber trotzdem auch jenseits der Opferrolle wahgenommen werden. Die folgenden Seiten zeigen zwar eine von Rassismus betroffene, aber auch eine äußerst dynamische Community, die die österreichische Gesellschaft in vielerlei Hinsicht bereichert. Diese dynamische Community ist in Österreich zu Hause und möchte gemeinsam mit Österreichern dieses Land gestalten" schreiben die HerausgeberInnen im Vorwort.

Neben einem demographischen Beitrag über die Bevölkerung mit afrikanischer Herkunft in Österreich, fügen sich Beiträge über Inklusions- und Exklusionsmechanismen, den "Anti-Schwarze-Rassismus" und die Formen der Selbstorganisierung einer wachsenden, heterogenen Community zu einem 62 Seiten starken Bericht zusammen. In einer Kurzzusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse des Berichts lassen sich auch die Widersprüche zwischen ökonomischen und rechtlich-politischer Praxen erkennen. Ohne Investitionen von NigerianerInnen in die Vorarlberger Textilindustrie in der Höhe von 50 bis 80 Millionen Euro könnte dieser Industriezweig im "Ländle" nicht mehr fortbestehen.

Andererseits stehen aufgrund der restriktiven Migrations- und Asylpolitik rund 1.000 Menschen aus Nigeria vor der Abschiebung aus Österreich. Auch im elften Jahr nach der fahrlässigen Tötung von Marcus Omofuma durch zwei Fremdenpolizisten sind rassistische Stereotypen gegenüber afrikanischen Mitmenschen medial, politisch und alltagskulturell in erhöhtem Ausmaß wahrnehmbar. Umso positiver ist es zu vermerken, dass nun eine fundierte, von "Betroffenen" formulierte Publikation zu der Situation von schwarzen Menschen vorliegt, die einerseits Rassismus thematisiert, andererseits für ein neues Selbstbewusstein der handelnden Personen und der "afrikanischen" Community steht.

 

Tagung zu integrationspolitischen Maßnahmen auf kommunaler Ebene in Innsbruck

Am 20. April fand in Innsbruck auf Einladung des Zentrums für MigrantInnen in Tirol (ZeMiT) und der Europäischen Akademie in Bozen (EURAC) eine überregionale Tagung zum Thema "Integrationspolitische Maßnahmen auf kommunaler Ebene" statt. 40 österreichische und italienische ExpertInnen aus Wissenschaft und Verwaltung diskutierten einen Tag lang die Rahmenbedingungen, Möglichkeiten und Grenzen integrationspolitischen Handelns auf Gemeindeebene. Das Interreg-Projekt "MigrAlp" zwischen dem ZeMiT und der EURAC untersucht und analysiert das Phänomen Migration in Nord- und Südtirol.

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Der Vormitag diente der Wissensvermittlung über die Migrationsgesellschaften in Nord- und Südtirol, der politischen Arbeit des AusländerInnenbeirats in der Stadt Bozen sowie den Vor- und Nachteilen von  "Integrationsindikatoren". Am Nachmittag standen praktische Erfahrungen von integrationspolitischen EntscheidungsträgerInnen in den Bereichen Wohnen, Soziales, Bildung und Verwaltung/politische Teilhabe mit anschließender Diskussion am Programm. Trotz des sehr dichten Zeitplans könnten wertvolle Erkenntnisse ausgetauscht und der Blick auf die Situation in Nord- und Südtirol geschärft werden. Kommenden Herbst wird eine Tagungsdokumentation erscheinen, in welcher die unterschiedlichen, teilweise aber auch sehr ähnlichen integrationsrelevanten Handlungs- und Praxisebenen in Nord- und Südtirol dargestellt werden.

Fotos von der Tagung finden Sie hier.
Ausgewählte Hörbeiträge der ReferentInnen finden Sie nachstehend:
Barbara Liegl, Geschäftsführerin von ZARA über den "Nationalen Aktionsplan Integration" (MP3 , 13 MB)
August Gächter, Soziologe am ZSI über die Vor- und Nachteile von "Integrationsindikatoren" (MP3 , 13 MB)
Artan Mullaymeri, Präsident des AusländerInnenbeirats in Bozen über "Politische Partizipation von MigrantInnen"; in italienischer Sprache mit deutschsprachigem Dolmetsch (MP3 , 13 MB)

 


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